Verbände bündeln die Interessen der einzelnen Mitglieder zur Erreichung gemeinsamer Ziel- oder Wertvorstellungen. Sie existieren und agieren in allen Gesellschaftsbereichen.
Wie arbeiten die Verbände und welche Leistung erbringen sie?
Verbände übernehmen Aufgaben für die Gesellschaft, für die Politik und für ihre Mitglieder. Wirtschaftsverbände sind branchenspezifische Dienstleister für ihre Mitglieder. Ein moderner Verband, ob Branchenverband oder Dachverband bietet seinen Mitgliedern branchenspezifische Dienstleistung wie:
· Vertretungsleistungen: Beispielsweise bei Behörden, gegenüber Medien oder auf dem
Brüsseler Parkett
· Informationsleistungen: Beispielsweise über verbandsrelevante Gesetzgebungs- und
· Verordnungsvorhaben, aber auch die Erstellung von Branchenstatistiken
· Koordinationsleistungen: Wie zum Beispiel die Schaffung von gemeinsamen Richtlinien und Normen
· Beratungsleistungen: Zum Beispiel die Beratung von Mitgliedern.
Unverzichtbar sind Verbände als Informations- und Ratgeber für politische Entscheidungen, Sie übernehmen Informationsleistungen, weil sie das Branchen- und Detailwissen haben und arbeiten zeitökonomisch, weil sie Informationen schnell zur Verfügung stellen können. Verbände können die Auswirkungen geplanter Regelungen kompetent abschätzen. Sie sind in der Lage, branchen- oder (gesellschaftliche) gruppenübergreifende Allianzen zu organisieren und können so für die Politik als Verbündete auftreten.
Verbände aus dem Bereich Gesundheit und Soziales
Hierunter fallen alle Verbände und Organisationen, die sich für gesundheitlich angeschlagene und sozial schwächere Personen einsetzen. Hier geht es also weniger um die Durchsetzung politischer Interessen, sondern um die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen.
Vereinigungen von Ärzten (wie der Hartmannbund) und sonstigen, in Heilberufen tätigen Personen (Apothekerkammern, Hebammenverband) zählen fachlich zum Bereich „Gesundheit und Soziales“. Jedoch sind sie auch für die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder zuständig, was zu den typischen Aufgaben eines Berufsverbandes zählt. Die Zuordnung dieser Verbände kann also nicht eindeutig gelöst werden.
Vor allem im Gesundheitsbereich haben Selbsthilfegruppen in den letzten Jahrzehnten eine herausragende Bedeutung erlangt. Sie sind Zusammenschlüsse von Menschen mit gleichen (gesundheitlichen) Problemen und erbringen aus Eigeninitiative soziale Leistungen für ihre Mitglieder. Zu den bekanntesten in Deutschland aktiven Selbsthilfegruppen zählen die Anonymen Alkoholiker, der Deutsche Diabetiker-Bund und die Deutsche Rheuma-Liga.
Die Geschichte der Apothekerkammern stellt im historischen Rückblick unter Beweis, dass sich analog zum Wandel des Berufsbildes Apotheker - vom arzneimittelherstellenden Pharmazeuten hin zum beratenden Experten zu allen Fragen des Arzneimittels - die Selbstverwaltung gewandelt und entwickelt hat.
Die Apothekerkammern sind verankert und legitimiert im Heilberufsgesetz für das jeweilige Bundesland und dem zuständigen Ministerium. Sie beweisen sich im historischen Rückblick als selbständig und verantwortungsvoll, verpflichtet den Interessen aller Bürgerinnen und Bürger ebenso wie den Interessen ihrer Mitglieder. Leitlinie des Handelns dieser Körperschaften öffentlichen Rechts ist die grundsätzliche Idee verantwortlicher Selbstverwaltung im Interesse Gesellschaft. Der kreative Impuls, die Zukunft zu gestalten und es nicht bei historischen Verdiensten zu belassen, spiegelt sich in den Aktivitäten dieser Kammern. Die konsequente Fortentwicklung des Heilberufs Apotheker ist Anliegen der Apothekerkammern im Bundesgebiet. Nutzen und Interessen des Patienten sind wichtige Leitorientierungen: selbstverständlich wie die Dialogbereitschaft mit Politik und Gesellschaft zu allen Fragen der Pharmazie und des Gesundheitswesens.
Apothekern obliegt durch gesetzlichen Auftrag die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, unterstützen die jeweiligen Standesvertretungen ihre Mitglieder. Angebote zum Beispiel im Bereich Aus- und Fortbildung, Weiterbildung, Beratung in Fragen der Berufsausübung und Pharmazeutischen Sachfragen, Öffentlichkeitsarbeit nach innen wie nach außen und vielfältige soziale Einrichtungen runden das Spektrum eines großen Aufgabenkatalogs ab.
Eine in der Tendenz sich jedoch leicht abgeschwächte Entwicklung der Erhöhung der Kammermitglieder zeigt doch nach wie vor den wachsenden Bedarf an pharmazeutischer Kompetenz in unserem Gesundheitswesen: Apothekerinnen und Apotheker sind wichtig für unser Gesundheitswesen und den Erhalt seiner unbestritten hohen Qualität. Unterstützt werden sie durch eine schlagkräftige und in der Region verankerte Selbstverwaltung des Berufsstandes. Die Apothekerkammern in Deutschland, sind für ihre Mitglieder und für den Bürger engagiert.
Anmerkungen:
In der Regel legen die Apothekenkammer sowie die Verbände, Schwerpunkte in der Aus- und Weiterbildung in den heilberuflichen Kompetenzen der Mitglieder. Dies wird künftig nicht mehr ausreichen, um die Apotheke perspektivisch als Unternehmen am Markt bestehend zu halten. Betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen zu vermitteln, sollte deshalb essenzieller Bestandteil künftiger Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, sowie mit einem Dienstleistungsangebot, ganzheitlicher Beratungsleistungen sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, so können Apothekenkammern wie auch Apothekenverbände diese Informationslücke schließen und auf einen Verweis zur einer branchenspezifischen und betriebswirtschaftlichen geprägten Wissensbilanz der BM©SCORE.de zuzulassen. Partner wie auch die dazugehörigen Lösungsansätze werden dem Gesundheitsbereich weiterhelfen, perspektivisch und erfolgreich am Markt bestehen zu bleiben. Gerade die aktuelle Wirtschaftslage, sowie die dadurch geprägte Insolvenzstatistik – Apotheke und Ärzte gehören zu den Privatinsolvenzen – sprechen hier eine eindeutige Sprache. Kammern und Verbände sollten deshalb handeln, bevor es ANDERE tun werden. Diese sitzen bereits in den „Startlöschern“.