Der Bereich eHealth-Consulting wird auch zukünftig stark wachsen. Bis 2013 wird nach jüngsten Marktforschungen in Deutschland wie auch im übrigen Europa ein hohes Wachstum für der Sparte Consulting des Gesundheitswesens prognostiziert.
Gesundheitssystem Gesundheit ist ein hohes Gut. Ihre Sicherung, Förderung und Wiederherstellung sind von großer Wichtigkeit für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Demographischer Wandel und medizinischer Fortschritt stellen das Gesundheitssystem vor drängende neue Herausforderungen. Bei der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für unser Gesundheitssystem möchten wir im Rahmen unserer Projekte sowohl von Ideen und Erkenntnissen in anderen Ländern lernen, als auch die Erfahrungen, Wünsche und Vorstellungen der Versicherten und Ärzte in unserem Land einbeziehen.
Gesundheitsversorgung
Wir setzen uns für eine Gesundheitsversorgung ein, die bereits bei der Entstehung gesundheitlicher Probleme beginnt. Die Förderung, der Erhalt und die Wiederherstellung von Gesundheit sind gleichberechtigte Ziele. Unabhängige Qualitätssicherung, Transparenz sowie anreizkompatible Formen der Vergütung und Eigenbeteiligung garantieren hohe Qualität, Patientenorientierung und Wirtschaftlichkeit. Durchgehender Informationsfluss zwischen allen Beteiligten sorgt für einen koordinierten Behandlungsweg. Selbstbestimmung des Patienten und Versorgungsqualität werden so miteinander in Einklang gebracht.
Versorgungsqualität
Das deutsche Gesundheitssystem erzielt im internationalen Vergleich in punkto Qualität keine Bestnoten. Sehr hohen gesamtwirtschaftlichen Kosten stehen zum Teil nur durchschnittliche Behandlungsergebnisse gegenüber. Während einige Patienten ein Übermaß an medizinischer Versorgung erhalten, bleibt anderen die notwendige Versorgung vorenthalten, und wieder andere werden falsch behandelt. Diese Über-, Unter- und Fehlversorgung ist Ausdruck falsch gesetzter Anreize und mangelnder Zusammenarbeit der Leistungserbringer. Da die Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung aber erhebliche Beiträge zu zahlen haben, haben sie einen Anspruch auf die bestmögliche Versorgung, wenn sie vom Beitragszahler zum Patienten werden. Leider wird das deutsche Gesundheitssystem diesem Anspruch nicht immer gerecht. Es weist in vielen Bereichen Versorgungsmängel auf.
Versorgungsdefizite bestehen vor allem bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen. Hier wirkt es sich besonders negativ aus, dass die Behandlungsprozesse nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind und medizinische Versorgungsleitlinien zu wenig beachtet werden. Während bei der Diagnostik oft mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, haben Gesundheitsförderung und Prävention einen vergleichsweise geringen Stellenwert.
In Zeiten wachsenden Wettbewerbs im Gesundheitswesen rücken die Patienten mit ihren Bedürfnissen und Wünschen zunehmend in den Mittelpunkt des Klinik- und Praxisalltages. Dabei ist das Bild des passiven und im wörtlichen Sinne erduldenden Kranken der Idealvorstellung eines aktiven und autonomen Nutzers der gesundheitlichen Versorgung gewichen. Patienten wollen bei der Auswahl von Ärzten und Krankenhäusern mitreden und entscheiden. Folglich steht die Partizipation des Patienten am Versorgungsgeschehen im Mittelpunkt des Interesses.
Zentrale Basis für diese Beteiligung sind verständliche und leicht erreichbare Informationen über die Qualität der Behandlung und das Leistungsangebot sowie eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Beratung und Aufklärung mit dem Ergebnis einer Transparenzerhöhung für den Patienten. Meist fehlen jedoch unabhängige Informationsgrundlagen, die eine aktive und fundierte Entscheidungsfindung in geeigneter Weise unterstützen.
Dies liegt vor allem daran, dass die Vielzahl existierender Informationsangebote und Transparenzinitiativen, die von unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens betrieben und gesteuert werden, bestimmte Partikularinteressen verfolgen, die die Belange der Patienten zum Teil in den Hintergrund drängen. Ein weiteres zentrales Defizit der bestehenden Angebote liegt in einer unzureichenden Nutzerfreundlichkeit, der sehr unübersichtlichen Vielfalt und einem mangelnden Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung.
Gesundheitsförderung und Prävention sind selbstverständlich in die Lebenswelt der Menschen, in Kindergarten, Schule, Betrieb und Kommune, integriert. So können das Gesundheitsbewusstsein geschärft und gesunde Verhaltensweisen in den Alltag übernommen werden. Gleichzeitig sollten die Lebensbedingungen der Menschen mit dem Gesundheitssystem verzahnt sein. Wir erproben deshalb nachhaltige Konzepte zur Gesundheitsförderung in wichtigen Bereichen der kindlichen Entwicklung sowie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Lebensbereichen.
Mangel an Fachkräften im Bereich der stationären und ambulanten Bereich
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Die Entwicklung der Gesundheitswirtschaft wird neben offenen Finanzierungsfragen maßgeblich von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte bestimmt. Medizinischtechnischer Fortschritt und demografischer Wandel führen zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten und eröffnen weitere Beschäftigungspotenziale. Im Jahr 2009 wurden in Deutschland für Gesundheit circa 263 Milliarden Euro ausgegeben, das sind 10,5% unseres Bruttoinlandsprodukts. Heute sind rund 4,6 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt (mehr als 11% aller Erwerbstätigen). Zwischen 2000 und 2010 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, dem größten Bereich der Gesundheitswirtschaft, um etwa eine halbe Million zugenommen, ein Wachstum von 12,2%. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie prognostiziert sogar, dass im Jahr 2030 jeder fünfte Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft arbeiten könnte.
Gesamtwirtschaftlich gesehen kommen dem Gesundheitswesen mehrere bedeutende Rollen zu: Als Kern der Gesundheitswirtschaft ist es die Basis einer soliden Grundversorgung mit dem Gut Gesundheit. Darüber hinaus ist es ein wenig konjunkturanfälliger Wachstums- und Beschäftigungs-treiber und damit ein Stabilisator der deutschen Wirtschaft.
Kritiker halten dem entgegen, dass die stark zunehmende Nachfrage nach medizinischer Versorgung Ressourcen verschlingt, die in dem Umfang nicht vom Sozialstaat finanziert werden können. Der Wandel der Gesundheitswirtschaft vom Kostentreiber zum Wachstumsmotor kann unabhängig von Finanzierungsfragen nur dann mittel¬ und langfristig weiteres Wachstum generieren, wenn dieser personalintensiven Branche auch in Zukunft genügend Personal bzw. hinreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.
In Anbetracht dieser Herausforderungen sollte es Ziel sein, die Personalentwicklung in ambulanten und stationären Einrichtungen für ärztliches und nichtärztliches Personal des Gesundheitswesens zu berechnen, zu analysieren und auf Basis einer validen Datenbasis Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Eine gravierende Entwicklung nimmt der Fachkräftemangel, das zeigen unsere Ergebnisse deutlich, in den Jahren 2020 und 2030. In diesem Zeitraum kommt es zu einem dramatischen Anstieg des Personalmangels sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich, bei Ärzten und nichtärztlichen Fachkräften. Nur wenn wir bereits heute entschieden gegensteuern, können wir die gewohnt gute Versorgung mit dem Gut Gesundheit auch über das Jahr 2020 hinaus in Deutschland aufrechterhalten. Hierfür sind neue Denkansätze notwendig, alte Strukturen sind infrage zu stellen. Politik, Wirtschaft und die Akteure des Arbeitsmarktes sind gefordert und müssen nachhaltige Konzepte entwickeln. Diskussionen über die Erhöhung der Studienplätze für Medizin oder die Anwerbung von ausländischen Fachkräften gehen nicht weit genug. Letztendlich müssen die Prozesse im Gesundheitswesen optimiert, die Ineffizienzen eines staatlich geschaffenen Systems überwunden und neuen Technologien im Gesundheitswesen der Weg eröffnet werden.
Wenn wir es nicht schaffen, die notwendigen Veränderungen schon jetzt in die Wege zu leiten, werden wir die Qualität unserer Versorgung zukünftig nicht mehr aufrechterhalten können. Es gilt, heute die Weichen zu stellen, um nachhaltige Lösungen für morgen zu finden. (Abdruck honorarfrei Q:pwc)